§15§Der zum Großteil bis zum Erscheinen dieses Bandes unveröffentlichte Briefwechsel Wielands von April 1788 bis Dezember 1790 ist ein Spiegel seiner literarischen Tätigkeit in diesem Zeitraum: als Herausgeber des "Teutschen Merkur", als Kritiker und Förderer junger Schriftsteller, als Übersetzer und als Verfasser der "Neuen Göttergespräche" und der "Geheimen Geschichte des Philosophen Peregrinus Proteus". Seine Korrespondenzpartner sind vor allem Karl Leonhard Reinhold, Prinz August von Sachsen-Gotha und Altenburg, Sophie von La Roche, Herzogin Anna Amalia sowie die Weidmann'sche Buchhandlung und der Verlag Göschen in Leipzig. Der historisch-kritische Apparat zu den Briefen erscheint als Band 10.2 der Ausgabe. §01§Christoph Martin Wieland (1733-1813) stammte aus einer Pfarrersfamilie in Oberholzheim bei Biberach. Er studierte Philosophie in Erfurt, wo er 1769 auf den Lehrstuhl berufen wurde. 1772 wurde er Prinzenerzieher am Weimarer Hof. Er begründete den modernen deutschen Roman und übersetzte Shakespeare und Autoren der Antike. Der elegante, phantasievolle Aufklärer und pointierte Satiriker steht zu Unrecht im Schatten seiner Zeitgenossen Schiller und Goethe.