§15§Von Mitte 1782 bis Mitte 1785 bereitet Wieland seine erste größere Werkausgabe vor, bemüht er sich, seinem ,,Teutschen Merkur" einen neuen Aufschwung zu geben, und betreibt mehrere ,,merkantilische" Unternehmungen, derentwegen er sein Biberacher Kapital wieder an sich zieht: Er wird Aktionär der Dessauer Verlagskasse für Gelehrte und Künstler, die den Autor gegen den Verleger schützen will; er kauft Aktien vom neu begründeten Ilmenauer Bergwerk und beteiligt sich an der Druckerei Maucke in Jena. Als einer der Ersten begrüßt und kommentiert er die aeronautischen Versuche in Frankreich; Josephs II. Reformen begleitet er mit Anteilnahme und Zustimmung. Er begründet eingehend seine Abneigung gegen Übersetzungen seiner Werke und schreibt ein ausführliches Gutachten über Schiller. Der Band erfasst mehr als 500 Briefe, darunter 242 von Wieland geschriebene. Der historisch-kritische Apparat zu den Briefen erscheint als Band 8.2 der Ausgabe. §01§Christoph Martin Wieland (1733-1813) stammte aus einer Pfarrersfamilie in Oberholzheim bei Biberach. Er studierte Philosophie in Erfurt, wo er 1769 auf den Lehrstuhl berufen wurde. 1772 wurde er Prinzenerzieher am Weimarer Hof. Er begründete den modernen deutschen Roman und übersetzte Shakespeare und Autoren der Antike. Der elegante, phantasievolle Aufklärer und pointierte Satiriker steht zu Unrecht im Schatten seiner Zeitgenossen Schiller und Goethe.
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