Erzählräume nach Auschwitz : Dissertationsschrift (WeltLiteraturen / World Literatures 2) (2013. 396 S. 4 b/w ill. 240 mm)

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The series of publications of Friedrich Schlegel Graduate School of Literary Studies at Freie Universität Berlin stands for internationally oriented literary studies which go beyond an exclusive focus on the Western tradition and turn towards the European, American, Arabic and Asian literatures of modernity, medieval times and antiquity. The publication forum offers monographs and anthologies which present an exemplary effort within their subject and at the same time cross its boundaries into the philologies and literatures of the world. The purpose is the integration of single disciplinary and comparative research involving neighbouring discursive practices. Friedrich Schlegel's approach obliges to do research of literary cultures from a universal-poetic perspective.

International Board

  • Ute Berns (Universität Hamburg)
  • Stefan Keppler-Tasaki (Universität Tokyo)
  • Renate Lachmann (Universität Konstanz)
  • Catriona MacLeod (University of Chicago)
  • Ken'ichi Mishima (Tokyo Keizai Universität)
  • Glenn W. Most (Scuola Normale Superiore Pisa)
  • Janet A. Walker (Rutgers University)
  • Christy Wampole (Princeton University)
  • Christopher Young (University of Cambridge)

§15§Viele Überlebende der Shoah wollten vor allem eines - Zeugnis ablegen. Schon von dem Moment an, in dem sie die Lager der Nationalsozialisten verließen, waren sie erfüllt von dem Wunsch, der Welt von ihren unerhörten Erfahrungen zu berichten. Hiervon wissen wir nicht zuletzt durch die vielfältigen Zeugnisse, die uns mittlerweile von ihnen vorliegen. Doch wenig wissen wir über die eigentlichen Bedingungen der Erzählungen Überlebender: Welche Möglichkeiten, von den Erfahrungen ihrer Verfolgung Zeugnis abzulegen, welche Erzählräume standen ihnen überhaupt zur Verfügung? Und welchen Einflüssen, welchen Begrenzungen unterlag die narrative Gestaltung ihrer Erinnerungen? Wie waren die Kontexte ihres Erzählens bestellt und wie können wir ihren Berichten als Leser, Zuhörer und Zuschauer gerecht werden? Die vorliegende Studie untersucht die lange Suche Überlebender nach Zuhörern und konzentriert sich dabei auf zwei der wichtigsten Zeugnisformen der Nachkriegsgeschichte, die hier erstmals auf §15§einander bezogen werden: Zum einen geht es um literarische Zeugnisse, die von Überlebenden wie Primo Levi, Jean Améry, Imre Kertész oder Ruth Klüger in höchst unterschiedlicher Form und Absicht verfasst wurden. Zum anderen geht es um die relativ neue Form videographierter Interviews mit Überlebenden, die man vor allem im Laufe der neunziger Jahre gesammelt hat und die uns heute vermehrt in Museen und Unterrichtsräumen begegnet. Anhand von Fallbeispielen werden die Erzählsituationen in beiden Medien genauestens kontextualisiert und analysiert. Dabei ist der Gedanke leitend, dass wir Überlebenden erst dann richtig zuhören können, wenn wir die diskursiven Bedingungen durchschauen, unter denen ihre Zeugnisse entstanden sind. Erst dann wird es möglich, jenes ursprüngliche Dialogangebot anzunehmen, das uns die Zeugnisse Überlebender auch heute noch entgegenbringen. §16§§The series of publications of Friedrich Schlegel Graduate School of Literary Studies at Freie Universität Berlin stands for internationally oriented literary studies which go beyond an exclusive focus on the Western tradition and turn towards the European, American, Arabic and Asian literatures of modernity, medieval times and antiquity. The publication forum offers monographs and anthologies which present an exemplary effort within their subject and at the same time cross its boundaries into the philologies and literatures of the world. The purpose is the integration of single disciplinary and comparative research involving neighbouring discursive practices. Friedrich Schlegel's approach obliges to do research of literary cultures from a universal-poetic perspective. § §International Board § Ute Berns (Universität Hamburg) Hans Ulrich Gumbrecht (Stanford University) Stefan Keppler-Tasaki (University of Tokyo) Renate Lachmann (Universität Konstanz) Ken'ichi Mishima §16§ (Osaka University) Glenn W. Most (Scuola Normale Superiore Pisa) Jean-Marie Schaeffer (EHESS Paris) Janet A. Walker (Rutgers University) David Wellbery (University of Chicago) Christopher Young (University of Cambridge) §§ §01§Andree Michaelis ist Akademischer Mitarbeiter am Axel Springer-Stiftungslehrstuhl für deutsch-jüdische Literatur- und Kulturgeschichte, Exil und Migration an der Europa-Universität Viadrina, Frankfurt (Oder)

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