Die Frage, ob - und wenn ja, inwieweit - die sozialwissenschaftliche Bildung gegenwärtig hinsichtlich ihrer wissenschaftlichen Kultur, ihrer disziplinären Struktur sowie ihrer curricularen Verortung den Kriterien einer pluralistischen Grundhaltung genügt, ist Gegenstand intensiver fachdidaktischer und bildungspolitischer Debatten. Ausgehend von Überlegungen, die auf den Pluralismus als wissenschaftlichen Gegenentwurf zu dem in Wissenschaft und Öffentlichkeit vielfach praktizierten Monismus zielen, soll dargelegt werden, warum das für die politische Bildung bedeutsame Prinzip der Aufklärung ein pluralistisches Grundverständnis bezüglich sozialwissenschaftlicher Phänomene, Paradigmen und Prozesse voraussetzt.