§06§§Die 1992 gegründete Buchreihe ist interdisziplinär ausgerichtet; sie umfasst wissenschaftliche Monographien, Aufsatzsammlungen und kommentierte Quelleneditionen vom 18. Jahrhundert bis zur Gegenwart.§ §Der Begriff deutsch-jüdische Literatur bzw. Kultur verweist auf Werke jüdischer Autoren in deutscher Sprache, insoweit jüdische Aspekte erkennbar sind. Aber auch das häufig vom Antisemitismus geprägte Judenbild nichtjüdischer Autoren wird zu einem Faktor der literarisch vermittelten deutsch-jüdischen Beziehungsgeschichte. Der Erforschung des gesamten Problemfelds bietet die Reihe ein angemessenes Forum.§§ §15§§In behutsamen Analysen ausgewählter dramatischer Szenen von Nelly Sachs (1891-1970) - "Abram im Salz", "Beryll sieht in der Nacht", "Der magische Tänzer" - werden die jüdischen, sprachphilosophischen und ästhetischen Traditionen herausgearbeitet, die für das szenische Werk der Dichterin von Bedeutung sind. Die Texte selbst stellen einen in sich komplexen künstlerischen Reflexionsprozeß über die Grenzen lyrischen und dramatischen Sprechens dar. Eine kritische Lektüre von Walter Benjamins und Peter Szondis Arbeiten zur Sprache und zum Drama des 20. Jahrhunderts bildet die Basis für theoretische Probleme moderner Dramatik, die in den dramatischen Texten von Nelly Sachs in Szene gesetzt werden. Das intersubjektive dialogische Zwischen verschiebt sich bei ihr zum intra- und intersprachlichen Zwischen, das durch die Abgründe, die sich zwischen verschiedene theatralische Medien schieben, eingekreist wird. Mit der Konzentration auf einzelne Texte der von der Shoah zutiefst betroffenen §15§ Dichterin stellen die Analysen das dramatische Werk in den Kontext der aktuellen Diskussionen über die obsessiv gegenwärtige Erinnerung angesichts eines universalen Verlusts idealistischer Utopien.§ §07§§This book-series, initiated in 1992, has an interdisciplinary orientation; it comprises research monographs, collections of essays and annotated editions from the 18th century to the present.§ §The term German-Jewish literature refers to the literary work of Jewish authors writing in German to the extent that Jewish aspects can be identified in these. However, the image of Jews among non-Jewish authors, often determined by anti-Semitism, is also a factor in the history of German-Jewish relations as reflected in literature. This series provides an appropriate forum for research into the whole problematic area.§