Zu den Aufgaben der Forschungsstelle für Internationales Management gehört die Entwicklung von Länderstrategien. Darin enthalten ist auch die Frage der optimalen Standortwahl von Unternehmen. In diesem Zusammenhang haben sich in der internationalen Forschung in letzter Zeit neue Erkenntnisse und Thesen durchgesetzt, die der geographischen Konzentration von Unternehmen einen hohen Einfluss auf die Wettbewerbsfähigkeit beimessen. Im wesentlichen sind dies Ideen der amerikanischen Forscher Michael Porter und Paul Krugman: Die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen wird positiv beeinflusst, wenn diese ihren Unternehmensstandort an Orten wählen, an denen sich ein wettbewerbs fähiges geographisches Branchencluster befindet. Der Grund hierfür liegt bei spielsweise in einem schnelleren Informationsfluss zwischen den beteiligten Unternehmen, der Ansiedlung von spezialisierten Zulieferern und Arbeitskräften, einem emotional intensiveren Wettbewerb oder einer erhöhten Aufmerksamkeit durch anspruchsvolle Kunden. Damit verbunden ist auch eine Aussage über die Wettbewerbsfähigkeit von Regionen: Die internationale Wettbewerbsfähigkeit von Regionen ist das Ergebnis der internationalen Wettbewerbsfähigkeit der in ihr angesiedelten Branchencluster. Eine Region sollte bemüht sein, Standort geo graphisch konzentrierter Branchencluster zu werden, deren Unternehmen sich international gut behaupten. Die vorliegende Arbeit ist ein Beitrag zu dieser Forschungsrichtung. Sie schliesst eine erhebliche Lücke im Schrifttum. Meines Wissens wird erstmalig ein quan titatives Werkzeug entwickelt, mit dem sich beurteilen lässt, ob die Unternehmen einer Branche geographisch konzentriert sind und damit die Wettbewerbsfähig keit eines Branchenclusters verstärken. Der zentraleBegriff der neuen Theorie wird damit operationalisiert und besser handhabbar gemacht. In der Arbeit wird gezeigt, dass die gestellte Aufgabe nicht mit konventionellen Konzentrationsmassen gelöst werden kann. 1 Einleitung.- 2 Begriff und Indikatoren der internationalen Wettbewerbsfähigkeit.- 3 Geographische Konzentration als Determinante der internationalen Wettbewerbsfähigkeit.- 4 Werkzeug zur Messung der geographischen Konzentration von Branchenclustern.- 5 Anwendung des entwickelten Werkzeugs für den Freistaat Thüringen.- 6 Schlussfolgerungen.- Anhang I: Zahl der Betriebe pro Branchencluster und Kreis in Thüringen und Umgebung.- Anhang II: Distanz (Kilometer-Entfernung) zwischen den geographischen Mittelpunkten der Kreise von Thüringen und Umgebung.- Anhang III: Ergebnisse der geographischen Konzentrationsmasse in Thüringen und Umgebung für die Null-Hypothese: Gleichverteilung.- Anhang IV: Ergebnisse der geographischen Konzentrationsmasse in Thüringen und Umgebung für die Null-Hypothese: Verarbeitendes Gewerbe.- Anhang V: Zahl der Betriebe pro Branchencluster und Kreis in Nordrhein-Westfalen und Umgebung.- Anhang VI: Distanz (Kilometer-Entfernung) zwischen den geographischen Mittelpunkten der Kreise von Nordrhein-Westfalen und Umgebung.- Anhang VII: Ergebnisse der geographischen Konzentrationsmasse in Nordrhein-Westfalen und Umgebung für die Null-Hypothese: Gleichverteilung.- Anhang VIII: Ergebnisse der geographischen Konzentrationsmasse in Nordrhein-Westfalen und Umgebung für die Null-Hypothese: Verarbeitendes Gewerbe.- Anhang IX: Programm zur Berechnung und Monte-Carlo-Simulation der Konzentrationsmasse.- 7 literaturverzeichnis. Dr. Alf K. Fernau studierte Maschinenbau an der ETH-Zürich und promovierte mit dem hier angezeigten Buch am Lehrstuhl von Prof. Dr. Brauchlin an der Universität St. Gallen.