Wie wird die antike griechische Geschichte der archaischen und klassischen Zeit in neueren Schulbüchern dargestellt? Welche identitätsrelevanten Bedeutungskonstruktionen treten auf? Mit Bezug auf neuere Überlegungen aus den Sozialwissenschaften entwickelt Katja Gorbahn in dieser Studie ein begriffliches Instrumentarium, in dessen Zentrum der Begriff der sozialen Identität steht. Sie zeigt, dass 'die Griechen' weitgehend statisch und entkontextualisiert präsentiert werden. Zudem arbeitet sie Mechanismen heraus, mit deren Hilfe antithetische und stereotypisierende Kontraste erzeugt werden, etwa zwischen Griechen und 'Barbaren' oder zwischen Athenern und Spartanern. In einem zweiten Schritt wird gezeigt, dass es sich bei den Identifikationsangeboten, die mit den Griechen verknüpft sind, v. a. um Ursprungsbezüge handelt. Sie sind höchst selektiv, auf ein westlich-europäisches 'Wir' bezogen, eng mit der Vorstellung von Kontinuität und Fortschritt verknüpft und wirken sich - im Sinne problematischer Verzerrungen - deutlich auf die Darstellung der historischen Sachverhalte aus. Abschließend werden Anregungen für die künftige Gestaltung von Lehrplänen und Schulbüchern entwickelt.
Die Geschichte des antiken Griechenland als Ursprungsmythos.
Publisher
V&R unipress
Publication Date
Dec 2011
ISBN
9783899716412
Pages
-
Item Type
Book
Format
Hardcover
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