§15§Die Frage nach der Privatautonomie und ihren Grenzen spielt seit jeher eine bedeutende Rolle in den nationalen Vertrags- und Privatrechten. Auf europäischer Ebene dominieren Regeln, die zwar die Informationenpreisgabe zwingend vorschreiben, die Bestimmung des Vertragsinhalts dann jedoch wieder den Parteien überantworten. Dieses Grundsatzthema über Geist und Funktionieren des Binnenmarktes, mit dem nach einer möglichst weitgehenden Erhaltung von Freiheit bei gleichzeitiger Verbürgung der notwendigen Schutzziele gefragt ist, ist Gegenstand des vorliegenden Bandes. Es wird hier von Rechtswissenschaftlern und Ökonomen aus verschiedenen Mitgliedstaaten und den U.S.A. erörtert.Zentraler Betrachtungsgegenstand ist die Informationsregel und ihre Ausgestaltung. Insgesamt vereint der Band zweierlei, zum einen die Grundsatzdiskussion - rechtswissenschaftlich, europarechtlich und ökonomisch - zum Regelungsansatz im Recht des Binnenmarkthandels und zum wichtigsten Instrument, der Informationsr §15§egel mit ihrer freiheitserhaltenden Grundausrichtung. Andererseits bietet er eine dogmatische Aufbereitung wesentlicher Teile des Rechts des Binnenmarkthandels, des Europäischen Schuldvertragsrechts. §03§Grundmann/Kerber/Weatherill: An Overview; Coester-Waltjen: The Perspective of Law; Kerber/Vanberg: The Perspective of Constitutional Economics; Wein: Consumer Information Problems - Causes and Consequenses; Ulen: Information in the Market Economy - Cognitive Errors and Legal Correctives; Müller-Graff: Basic Freedoms - Extending Party Autonomy across Borders; Usher: Disclosure Rules (Information) as Primary Tool in the Doctrine on Measures Having an Equivalent Effect; Kirchner: Mainly Consumer Protection; Weatherill: EC Legislation in the Field of Consumer Protection; Micklitz: A Comment on Party Autonomy and Consumer Regulation in the European Community; Collins: Justifying European Employment Law; Windbichler: Justifying European Employment Law - Comments; Merkt: Disclosure Rules as a Primary Tool for Fostering Party Autonomy; Hopt: Observations from a Functional and Comparative Legal Perspective; Grundmann/Kerber: Information Intermediaries and Party Autonomy - The Example of Se §03§curities and Insurance Markets; Wolf: Party Autonomy and Information in the Unfair Contract Terms Directive; Schwintowski: Contractual Rules Concerning the Marketing of Goods and Services; Riesenhuber: Party Autonomy and Information in the Sales Directive; Deakin:The Written Statement Directive - Social Norms, Information and the Employment Relationship. §01§Dr. Wolfgang Kerber, geboren 1942 in Wien. Abschluss des Studiums der Mathematik und Physik. Hochschulassistent am II. Physikalischen Institut der Universität Wien, Wechsel an das Institut für Anorganische Chemie an der Technischen Universität als Leiter der Kernresonanzabteilung, dann Kustos und Bibliotheksleiter am Technischen Museum für Industrie und Gewerbe und schließlich Leiter der Österreichischen Zentralbibliothek für Physik. Er lebt mit seiner Familie in Wien.