§06§§Mit der GERMANIA SACRA werden Handbücher zur Geschichte der alten deutschen Reichskirche (bis 1803/6 ) geschaffen. Das gesamte verfügbare gedruckte und ungedruckte Quellenmaterial sowie die Literatur der deutschen Bistümer, Domkapitel, Kollegiat- und Pfarrkirchen, Klöster und sonstigen kirchlichen Institutionen wird hier aufgearbeitet. Die Gliederung erfolgt nach den Bistümern und Erzbistümern.§ §Die Handbücher sind im wesentlichen einheitlich angelegt und enthalten folgende Kapitel: 1. Quellen, Literatur und Denkmäler, 2. Archiv und Bibliothek, 3. Historische Übersicht, 4. Verfassung, 5. Religiöses und geistiges Leben, 6. Besitz, 7. Personallisten.§ §Die enge Verbindung von Kirche und Welt im Mittelalter und in der frühen Neuzeit und die Tatsache, dass die schriftlichen Quellen bis zum Spätmittelalter fast ausschließlich aus geistlicher Hand kommen, machen die GERMANIA SACRA zur Grundlage der Kirchengeschichte, der politischen Reichs- und Landesgeschichte und der §06§Wirtschafts- und Bildungsgeschichte.§ §Mit dem Abschluss von Band 37, 4: Das Bistum Münster, Die Diözese liegt erstmals die komplette Beschreibung einer Diözese (Münster) von ihrer Gründung bis zu ihrer Aufhebung in der Säkularisation 1803 vor.§ §15§§Der wohl bedeutendste Kenner der Münsteraner Diözesangeschichte, Wilhelm Kohl, beschäftigt sich im Band 37,2 mit den Kapiteln 'Religiöses und geistiges Leben' sowie 'Besitz'. Die religiöse Vielfalt in der Diözese, die auch von päpstlichen Vereinheitlichungsversuchen nicht ernsthaft unterbunden werden konnte, zeigt sich in den für den Gottesdienst benutzten Büchern (Ordinarien, Missalien etc.) ebenso wie in der Feier des Kirchenjahres und seiner Heiligen, beispielsweise des berühmten Diözesanheiligen Liudger (der jedoch erst in der Frühen Neuzeit populär wurde). Wohl einmalig ist auch die breite Auflistung des bischöflichen Gutes und der daran anhängenden vielfältigen Rechte. Damit leistet Wilhelm Kohl einmal mehr einen wichtigen Beitrag zur kirchengeschichtlichen Grundlagenforschung, der auch für andere Disziplinen von höchstem Interesse ist. § §12§§"Man kann abschließend festestellen, dass sich die lange, entsagungsvolle Arbeit des Bearbeiters rundum gelohnt hat und ihm die landes- und kirchengeschichtliche Forschung dankbar sein muss."§Immo Eberl in: Ellwanger Jahrbuch 39/2001/3§ §01§§Wilhelm Kohl, ehemaliger Direktor des Staatsarchivs Münster, ist Professor an der Universität Münster.§