Was sich in Kinder- und Jugendlichentherapien abspielt, ist oft wild und uneingrenzbar. Der Ruheort der Couch existiert nicht. Die Settingregeln und das Abstinenzgebot müssen infrage gestellt oder mitunter sogar gesprengt werden. So erst kann der Spielraum entstehen, den die jungen Patienten für ihre Entwicklung benötigen. Ellen Lang-Langer schildert zahlreiche Behandlungen, in denen Spielraum und Rahmen einander ergänzen, aber auch solche, die abrupt enden, weil der innere Spielraum der Therapeutin nicht ausreichend ist. Und dann gibt es auch die wiederkommenden Patienten, mit denen neuer Spielraum entsteht. Dem psychoanalytischen Regelwerk ist bei Kindern und Jugendlichen nicht streng zu folgen.