§15§In Kulturanthropologie und Soziologie findet seit den 80er Jahren ein "Eiertanz" um die erkenntnistheoretische Orientierung qualitativer Forschung statt. Einerseits ist man vorsichtig geworden gegenüber naturalistischen Annahmen, andererseits lassen sich solche Annahmen in der Forschungspraxis aber auch nicht einfach (de)konstruktivistisch verabschieden. Diese Problematik spitzt sich beim Gebrauch von Video und Film in Forschungsprozessen noch zu. In dieser Ausgangslage unternimmt Elisabeth Mohn eine vergleichende Analyse von Konzepten des Dokumentierens in der Visuellen Anthropologie, der Ethnomethodologie und der soziologischen Ethnographie. Aus der Perspektive einer methodologischen Supervision heraus kommt die innere Rationalität jeder untersuchten Forschungshaltung zur Geltung. Der Vergleich zeigt, dass sich Positionen, die sich erkenntnistheoretisch bestreiten, praxeologisch aufs Trefflichste ergänzen. Die Autorin plädiert daher für eine kulturwissenschaftliche Forschungspra §15§xis, die "Orthodoxiekosten" vermeidet und pragmatische Wechsel zwischen epistemologischen Registern anstrebt. §03§Einleitung §Biographische Kulisse: Agitpropfilm versus Beobachtung §Interpretation versus Dokumentation: Kulturwissenschaftliche Methodologien im Streit §1 Alltagspraxis. §Dokumentarische Methode der Interpretation I §1.1 Dokumentarische Methode der Interpretation nach Garfinkel §Einigkeit: Die Differenz zur Alltagspraxis §2 Starkes Dokumentieren. §Dokumentieren als Sinnstiftungsaskese §2.1 Transzendenz des Gegenstandes. §Konzepte von Dokumentarfilmern §2.2 Technische Reproduktion. Aufzeichnungspostulate in der ethnomethodologisch orientierten Soziologie §2.3 Was leistet starkes Dokumentieren? §Streitpunkt: Das Verbergen der Autorschaft §3 Anti-Dokumentieren. §Konstruieren als Dokumentationsaskese §3.1 Empirische Reflexivität. Exemplarische Analyse reflexiver Erforschung visueller Ethnographie §3.2 Legitime Autorschaft: Repräsentieren ohne Re§3.3 Doing Piction. Reflexivität von Darstellungen als Darstellungen §3.4 Was leistet Anti-Dokumentieren? §Streitpunkt: Das Scheitern der rei §03§nen Paradigmen §4 Paradoxes Dokumentieren. §Dokumentieren als Dilemma §4.1 Weder-noch-Spielen: "speaking nearby". §Eine Methode des Verschiebens §4.2 Sowohl-als-auch-Spielen: Konzepte der Oszillation §Ethnomethodologie. "Natürliche Einstellungen" §Ethnographie. Physische Präsenz §4.3 Was leistet paradoxes Dokumentieren? §Streitpunkt: Wohin mit der Alltagspraxis? §5 Alltag der Wissenschaft. §Dokumentarische Methode der Interpretation II §5.1 Dokumentarische Methode der Interpretation als Regelverletzung §5.2 DMI im wissenschaftlichen Alltag. Ein empirisches Beispiel §5.3 Was leistet die dokumentarische Methode der Interpretation? §5.4 Instrumentelle DMI §Streitpunkt: Die Unvermeidbarkeit methodologischer Wechsel §6 Realimus als nützliche Fiktion. §Instrumentelles Dokumentieren §6.1 Orthodoxiekosten von Forschungsideologien §6.2 Methodologische Registerwechsel als Methode: Instrumentelles Dokumentieren §6.3 Schluss
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