Formgiving, das neueste Projekt der Bjarke Ingels Group, kurz BIG, ist der visionäre Versuch, einen Blick auf den Horizont der Zeit zu werfen. Der dänische Begriff für Design, formgivning, bedeutet wörtlich, dem, was noch keine Form hat, eine Form zu geben - in diesem Fall der Zukunft. Es ist wichtiger denn je, unseren Einfluss zu nutzen, um der Zukunft Gestalt zu geben, anstatt sie Gestalt annehmen zu lassen. Der Einfluss der Menschheit auf den Planeten nimmt immer weiter zu und stellt alle Lebensformen vor immer größere Herausforderungen. Architektur nimmt hier eine besondere Stellung ein, da sie Raum für das Leben bereitstellt, das wir künftig leben wollen. Nach wie vor gilt hier das Wort von William Gibson: "Die Zukunft ist schon da, sie ist nur nicht sehr gleichmäßig verteilt."
Mit Formgiving, an Architectural Future History präsentiert BIG den dritten Teil seiner TASCHEN-Trilogie, die mit Yes is More, an Archicomic on Architectural Evolution, einem der erfolgreichsten Architekturbücher seiner Generation, begann und durch Hot to Cold, an Odyssey of Architectural Adaption, fortgesetzt wurde. Das Buch erstreckt sich entlang einer Zeitleiste, die vom Urknall bis in die fernere Zukunft reicht. Die Projekte sind um sechs Evolutionsstränge - "Making", "Sensing", "Sustaining", "Thinking", "Healing" und "Moving" - gegliedert, multimedial inszenierte, interdisziplinäre Konzepte, die für das künftige Bauwesen gelten sollen. Kultur, Klima, Landschaft sowie sämtliche Energien, die aus den Elementen gewonnen werden, fließen in die Projekte ein: die thermische Masse des Ozeans, die Dynamik der Strömungen, die Energie und Wärme der Sonne, die Kraft des Windes. Auf über 700 Seiten präsentiert Bjarke Ingels seine persönliche Projektauswahl: vom 12.000 qm großen LEGO-Haus in Dänemark, über von Menschenhand geschaffene Ökosysteme, die auf Ozeanen sch