§15§§Der steiermärkische Ministeriale Ulrich von Liechtenstein präsentiert sich in seinen Werken in ganz unterschiedlichen Rollen: Die Manessische Liederhandschrift weist ihn als bedeutenden Minnesänger des 13. Jahrhunderts aus, mit dem 'Frauenbuch' nimmt Ulrich am lehrhaften Diskurs über Fragen des höfischen Lebens teil, und in seiner fiktiven Autobiographie 'Frauendienst' begegnet er als unverdrossen dienender Ritter zweier höchst unterschiedlicher Minnedamen und veranstaltet vor realistisch geschilderter historischer Kulisse aufwändige Kostümfahrten. §Das Handbuch bietet einen nach relevanten Forschungsfeldern geordneten systematischen Zugriff auf das vielschichtige Werk Ulrichs und ordnet sein literarisches Schaffen in den historischen Kontext ein. Neben der Basis eines detaillierten Forschungsüberblicksgibt das Handbuch Impulse zu weiterführenden Diskussionen: Die einzelnen Kapitel widmen sich neben der von Gattungstradition und Themenfeld gelenkten Analyse auch übergreifen §15§den literaturtheoretischen (Narrativik, Autorrolle, Fiktionalität), anthropologischen (Gender, Emotion) und rezeptionsästhetischen Gesichtspunkten (Überlieferung, Literaturgeschichtsschreibung, neuzeitliche Rezeption). §§ §12§§"In Summe hat sich die Ulrich von Liechtenstein-forschung nicht zuletzt mit Hilfe dieses facettenreichen Sammelbandes endgültig auf allerhöchstem philologischen Niveau etabliert."§Wernfried Hofmeister in: Zeitschrift für deutsches Altertum und deutsche Literatur 3/2011§ §16§§Ulrich von Liechtenstein is the composer and author of numerous minne songs, writings on the theory of courtly love and a fictitious autobiography (as a servant of women). He is best known for his Frauendienst ["Ladies' Service"]. The compendium on Ulrich von Liechtenstein documents our present-day knowledge of the life, times and work of this interesting and important medieval author, and at the same time with its innovative research chapters provides impulses for the continuation of the discourse.§ §01§Sandra Linden, Eberhard Karls Universität Tübingen; Christopher J. Young, University of Cambridge, UK.