§06§§Die Buchreihe Theatron bietet besonders qualifizierten Abhandlungen aus den Bereichen Theaterwissenschaft und Dramenforschung ein interdisziplinäres Forum. Studien zu allen Sparten des Theaters- vom Bühnenbild bis zur Schauspielkunst, vom Regietheater bis zum Puppenspiel- finden ebenso Platz wie solche zur Dramentheorie und zu den dramatischen Gattungen aus den verschiedenen philologischen Disziplinen, des weiteren zum Musiktheater und Theatertanz. Die Vielfalt der im Phänomen Theater zusammentreffenden Künste verlangen diese Ausrichtung auf ein breites Spektrum von Forschungsansätzen und Fragestellungen.§ §15§§Das deutsche 18. Jahrhundert gilt, ausgelöst durch das kulturanthropologische Interesse am 'ganzen Menschen', zunehmend als eine Epoche der Entdeckung der Körpersprache und der natürlichen Schauspielkunst, die die rhetorisch bestimmte Schauspielaktion ablöst. Demgegenüber ist die Tatsache, dass es sich um verschriftlichte Körpersprache handelt, bis jetzt vernachlässigt worden, so dass die Regiebemerkungen kaum eingehender untersucht wurden. Eine Leitthese der vorliegenden Studie ist, dass mit der Literarisierung des Dramas im 18. Jahrhundert auch eine Entwicklung hin zur literarischen Bedeutsamkeit der Regiebemerkungen einhergeht. Während theaterwissenschaftliche Arbeiten die Regiebemerkungen wegen ihres transitorischen Charakters meist kaum beachten, wird dieser konstitutive Teil des Dramentextes hier ins Zentrum der Analyse gestellt, so dass die Funktion dieser Texträume für den Leser ins Blickfeld gerät. Neben kanonischen Texten von Lessing, Lenz, Goethe und Schiller werden §15§ auch weniger bekannte Dramen Friederike Caroline Neubers, Christiane Karoline Schlegels und August von Kotzebues sowie in komparatistischer Perspektive Texte Diderots in exemplarischen Dramenanalysen daraufhin untersucht, ob und wie sich der paradigmatische Wandel des Theaters in einen Aktionsraum im 18. Jahrhundert in den Regiebemerkungen manifestiert.§ §07§§The book series Theatron provides an interdisciplinary forum for high-quality work from the fields of theatre studies and drama research. Studies are welcomed from all areas of theatre - from stage design to the art of acting, from director's theatre to puppetry, as too are those on dramatic theory and the dramatic genres from the various fields of literary and linguistic studies, and in addition from musical theatre and stage dance. The diversity of the arts coming together in the theatre requires this orientation towards a broad spectrum of research approaches and questions.§ §16§§This study opposes the widely-held opinion that stage directions in 18th century German dramas are of minor importance.§Apart from canonical dramas by Lessing, Lenz, Goethe and Schiller, it also examines lesser known dramatists such as Friederike Caroline Neuber, Christiane Karoline Schlegel and August von Kotzebue, coming to the conclusion that the stage directions are not only of significance for staging purposes but also perform important textual functions when the plays are being read.§