§15§§ Franz Brentano (1838-1917) gilt als einer der einflussreichsten Philosophen an der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert. Dennoch sind die Philosophiehistoriker noch zu keinem endgültigen Urteil über seine Bedeutung gelangt. Der Grund hierfür ist vor allem darin zu suchen, dass Brentanos Werk bis heute nur unzureichend zugänglich ist, was vor allem daran liegt, dass der größte Teil davon nur in handschriftlicher Form existiert: Nach seinem unvollendet gebliebenen Hauptwerk, der Psychologie vom empirischen Standpunkt, hat Brentano keine größere Arbeit mehr veröffentlicht. Im ersten Teil analysiert Binder die Gründe für Brentanos zurückhaltende Publikationstätigkeit, wobei einerseits der konfliktbehaftete biographische Hintergrund und die komplexe Persönlichkeit des Philosophen, andererseits theoretische Probleme, eine psychologische Einheitswissenschaft zu formulieren, die ihn an der Fertigstellung seines Hauptwerks scheitern ließen, im Vordergrund stehen. Im zweiten Teil verfolgt §15§ der Autor die wechselhafte Geschichte von Brentanos philosophischem Nachlass, die ihrerseits die Rezeption seiner philosophischen Theorien stark behindert hat. § §16§§The series publishes outstanding works that reflect on the phenomena of textuality and their consequences for the understanding of philosophical, literary and scientific texts from the perspectives of epistemology, language philosophy, edition theory, philology, and literary studies. § §The series encourages research that foregoes the traditional division between philosophy and philology in order to bring the meaning and function of forms of expression and presentation of thought into clearer focus. This series is peer-reviewed. § §01§Thomas Binder, Karl-Franzens-Universität Graz, Österreich.