Buchgestützte Subjektivität (Communicatio)

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Die Untersuchung verknüpft diskursanalytische, medienhistorische und gattungstheoretische Fragestellungen, um ein neues Licht auf die Vorgeschichte neuzeitlicher Subjektivität und ihrer literarischen Repräsentation zu werfen. Im Zentrum steht der Zusammenhang zwischen Lesen, Schreiben und Subjektkonstitution: Das vormoderne Subjekt gelangt durch Lektüre zu identitätsstiftender Selbsterkenntnis, diese besitzt ein notwendiges Pendant in bestimmten Schreibverfahren.

Die Untersuchung rekonstruiert die antiken Wurzeln der schriftgestützen Subjektivität, beleuchtet ihre Affinität zu spezifischen Darstellungsformen (Dialog, Brief, Bekenntnis) und zeichnet ihre Transformation im Übergang zum Mittelalter und zur frühen Neuzeit nach. Sie macht den historischen Prozess sichtbar, in dem der Psychagoge durch das Buch, die praktische askesis durch geistige Übung und der philosophische Dialog durch das innere Selbstgespräch ersetzt werden. In kritischer Auseinandersetzung mit Michel Foucault zeigt sie auf, dass eine dezidiert ästhetische Form von Subjektivität erst in dem Moment entsteht, als unter dem Einfluss nominalistischer Erkenntnisskepsis und frühhumanistischen Geschichtsbewusstseins antike Selbsttechniken und augustinische Selbsthermeneutik eine widersprüchliche Verbindung eingehen. Die Schrift, vormals ein Instrument der symbolischen Ordnung, wird nun imaginär aufgeladen, so dass das Individuum auch noch aus seiner im Schreibakt erfahrenen Zerrissenheit einen narzisstischen Genuss zu ziehen vermag.

Christian Moser, 1966 geboren, lebte in München und arbeitete als Autor, Illustrator und Comiczeichner. Seine Arbeiten erschienen unter anderem in "Tempo", "Prinz" und der "Süddeutschen Zeitung". Von 1993 bis 1995 war er Chefredakteur des Magazins "Comicstrich". Seit 2002 stand er gemeinsam mit Severin Groebner auch als Kabarettist auf der Bühne. Christian Moser verstarb 2013.

" [So] stellt Mosers Studie eine höchst interessante, facettenreiche und gewinnbringende Arbeit dar, die vor allem durch ihren sehr sorgfältigen, philologisch sisziplinierten und genauen Umgang mit den untersuchten texten überzeugt." Linda Simonis in: Komparatistik Jahrbuch der DGAVL 2088/2099

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