§15§Die Beobachtung von Wachstumsvorgängen in der Natur zeigt immer das gleiche Bild: die Organe und Organismen wachsen, nehmen zu an Zahl, Größe und Vielfalt, bis sie ein Maximum erreichen und schlagartig oder langsam, geordnet oder chaotisch schrumpfen. Konsequent wechseln sich Wachstum und Schrumpfung in der Natur ab. Nur der Mensch vermochte es bisher, seine Grenzen ständig auszuweiten. Alle Welt redet z.B. über wirtschaftliches Wachstum und wünscht es sich sehnlichst herbei, obwohl wir täglich Schrumpfungen der Wirtschaft erleben - Schrumpfungen an Arbeitsplätzen, Standorten, an Vielfalt und und verfügbarem Einkommen. Dieser Gegensatz zwischen pulsierenden Vorgängen in der Natur und der Gier des Menschen nach stetigem Wachstum seiner Wirtschaft bildet den Rahmen des vorliegenden Buches, in dem namhafte Autoren natur-, wirtschafts- und sozialwissenschaftlicher Disziplinen neue Denkansätze in die Diskussion über eine na chhaltige Entwicklung einzubringen versuchen. §01§Frithjof Hager ist Soziologe an der FU Berlin mit den Schwerpunkten Kultursoziologie, Kommunikative Technologien, Politische Ökologie. §01§Werner Schenkel war erster Direktor und Professor beim Umweltbundesamt, Vorstandsmitglied der ATV-DVWK, ist Mitglied des Kuratoriums des Fraunhoferinstituts für System- und Innovationsforschung Karlsruhe und Kurator der TU Berlin.