Die Entstehung der neuhochdeutschen Schriftsprache (Dokumentation Germanistischer Forschung Bd.7) (2007. 432 S. m. zahlr. Karten. 210 mm)

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Die Diskussion um die Entstehung der neuhochdeutschen Schriftsprache begleitet die Germanistik von ihren Anfängen bis in die unmittelbare Gegenwart. Die wesentlichen Fragen, um deren Beantwortung es in der Diskussion geht, sind die nach dem Entstehungsort - der "Wiege" - der neuhochdeutschen Schriftsprache und die nach ihrem möglichen Schöpfer. Eng mit der letzten Frage verbunden ist die nach der Richtung der Entwicklung: "von unten nach oben" also volkssprachlicher Ausgleich als Basis für die Schriftsprache oder schreibsprachlicher Ausgleich und Rückwirkung auf die Mundarten. Das zentrale Problem der Diskussion zeigt sich nach wie vor darin, dass keiner der wichtigeren theoretischen Ansätze a priori völlig absurd erscheint. Jede Theorie enthält wohl einen Teil der Wahrheit: Sowohl Siedlerbewegungen als auch die Bildung, sowohl Luther als auch die Kanzleien und Offizinen, sowohl die Grammatiktheoretiker als auch die Dichtung, sowohl Sprachwertsysteme als auch die sich herausbildende Polyfunktionalität und die allmähliche Herausbildung einer zentralen Zielvarietät spielen eine mehr oder weniger bedeutsame - aber in der Regel noch nicht zufriedenstellend ausgelotete - Rolle.

§15§Die Diskussion um die Entstehung der neuhochdeutschen Schriftsprache begleitet die Germanistik von ihren Anfängen bis in die unmittelbare Gegenwart. Die wesentlichen Fragen, um deren Beantwortung es in der Diskussion geht, sind die nach dem Entstehungsort - der "Wiege" - der neuhochdeutschen Schriftsprache und die nach ihrem möglichen Schöpfer. Eng mit der letzten Frage verbunden ist die nach der Richtung der Entwicklung: "von unten nach oben" also volkssprachlicher Ausgleich als Basis für die Schriftsprache oder schreibsprachlicher Ausgleich und Rückwirkung auf die Mundarten. Das zentrale Problem der Diskussion zeigt sich nach wie vor darin, dass keiner der wichtigeren theoretischen Ansätze a priori völlig absurd erscheint. Jede Theorie enthält wohl einen Teil der Wahrheit: Sowohl Siedlerbewegungen als auch die Bildung, sowohl Luther als auch die Kanzleien und Offizinen, sowohl die Grammatiktheoretiker als auch die Dichtung, sowohl Sprachwertsysteme als auch die sich herausbilden §15§de Polyfunktionalität und die allmähliche Herausbildung einer zentralen Zielvarietät spielen eine mehr oder weniger bedeutsame - aber in der Regel noch nicht zufriedenstellend ausgelotete - Rolle. §03§Aus dem Inhalt: Rudolf von Raumer: Ueber die Entstehung der neuhochdeutschen Schriftsprache - Karl Müllenhoff/Wilhelm Scherer: Denkmäler deutscher Poesie und Prosa aus dem VIII.-XII. Jahrhundert - Konrad Burdach: Die Einigung der neuhochdeutschen Schriftsprache - Gustav Ehrismann: [Rez. von] Emil Gutjahr - Emil A. Gutjahr: Die Anfänge der neuhochdeutschen Schriftsprache vor Luther - Konrad Burdach: Schlesisch-Böhmische Briefmuster aus der Wende des 14. Jahrhunderts - Max Hermann Jellinek: [Rez. von] Alois Bernt - Ernst Schwarz: Die Grundlagen der neuhochdeutschen Schriftsprache - Ludwig Erich Schmitt: Zur Entstehung und Erforschung der neuhochdeutschen Schriftsprache - Theodor Frings: Die Grundlagen des Meißnischen Deutsch - Virgil Moser: Frühneuhochdeutsche Grammatik - Anmerkungen - Arno Schirokauer: Frühneuhochdeutsch - Theodor Frings: Einiges Grundsätzliches über den Weg zur deutschen Schriftsprache - Mirra M. Guchmann: Der Weg zur deutschen Nationalsprache - Rudolf Schützeiche §03§l: Zur Entstehung der neuhochdeutschen Schriftsprache - Werner Besch: Zur Entstehung der neuhochdeutschen Schriftsprache - Emil Skála: Süddeutschland in der Entstehung der deutschen Schriftsprache - Klaus J. Mattheier: Wege und Umwege zur neuhochdeutschen Schriftsprache - Ingo Warnke: Leitideen der funktional-pragmatischen Sprachgeschichtsschreibung - Oskar Reichmann: Die Entstehung der neuhochdeutschen Schriftsprache: Wo bleiben die Regionen? §01§Der Herausgeber: Klaus-Peter Wegera, geboren 1948, studierte Germanistik, Pädagogik und Philosophie in Marburg und Bonn. 1977 erfolgte die Promotion, 1984 die Habilitation. 1985-1990 hatte er eine Professur in Bonn inne, seit 1992 lehrt er an der Universität Bochum.

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