Psychologie und Totalitarismus : Die Abwendung vom Humanitätsgedanken in der Psychologie und die Folgen (ca. 1895-1945). Habilitationsschrift (Beiträge zur Geschichte der Psychologie .30) (2016. 325 S. 43 Abb. 210 mm)

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Die große historische und politische Frage: «Wie konnte das geschehen?» erhält auf Basis dieses Buches eine Antwort aus psychologischer Sicht. Die Autorin präsentiert neue Aspekte in der Totalitarismus-Forschung: Sie stellt die Bedeutungen psychologischer Ansätze und ihr Hineinwirken in politische Konzepte bis hin zum Nationalsozialismus dar und analysiert sie in ihren Zusammenhängen. Sie untersucht, bis zu welchem Moment die Psychologie in Deutschland sich dem Humanitätsgedanken verpflichtet sah und wann bzw. wodurch sich dieses änderte. So konnten z. B. ein psychologischer Darwinismus, organisches Denken und antisemitische Positionen Einzug halten. Bisher unbekannte politische Konzepte bedienten sich der Psychologie und umgekehrt, schließlich opferte man den Humanitätsgedanken. Prominente Fachvertreter des 20. Jahrhunderts trugen unterschiedlich stark hierzu bei. Das Buch stellt Konzepte und Beteiligte in ihren zugehörigen Kontexten vor. Ein bisheriger «weißer Fleck» der Geschichte erhält Konturen.

Der Totalitarismus im nationalsozialistischen Deutschland entstand u. a. durch die Abwendung vom Humanitätsgedanken und durch Anschluss an die Idee des organischen Denkens auf «Ganzheit» hin. Hieraus lässt sich ein psychologischer Darwinismus erkennen, der politisch hoch anschlussfähig zum Nationalsozialismus war, der diese Konzepte integrierte.

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